Im September findet die Jagd um Ausbildungsplätze wieder ihren Höhepunkt. Wer hat noch nicht, wer will noch, wer passt zu wem und wer bildet überhaupt aus? Seit Jahren gibt es immer wieder Diskussionen um die Anzahl an Lehrstellen, die die Unternehmen zur Verfügung stellen. Sind es zu wenige, sind die angebotenen Ausbildungsstellen vielleicht nicht attraktiv oder mangelt es gar an Bewerbern? Von unterschiedlichen Seiten erfährt man natürlich auch die unterschiedlichen Sichtweisen zur Situation.
Jährliche Diskussionen
Jahr für Jahr entstehen so immer wieder die gleichen Diskussionen mit Schuldzuweisungen in alle Richtungen. Es scheint, als wären diese Diskussionen systembedingt. Am Schulsystem, das der Zubringer für den Arbeitsmarkt ist, wird auch laufend herumgedoktert. Nach einem Regierungswechsel ändert sich die Marschroute meist wieder, die zuvor mühsam festgelegt und eingeschlagen wurde. Hinzu kommt die föderale Struktur in Deutschland, die zur Vielfalt beitragen soll, aber dementsprechend auch einheitlichen Standards im Weg steht. Da wundert es den aufmerksamen Betrachter nicht, dass man das Gefühl bekommt, als drehe sich die Bildungspolitik und damit die Diskussion um Ausbildungs- und Arbeitsplätze im Kreis. Was sich auf jeden Fall geändert hat, ist die Tatsache, dass der vor einigen Jahren grassierende Mangel an Ausbildungsplätzen sich zu entschärfen scheint. Aber hier kommt es auch darauf an, die Situation in den unterschiedlichen Branchen differenziert zu betrachten. Einen Arbeitsplatz in Augsburg zu finden, könnte sich vermutlich leichter darstellen als zum Beispiel im Osten der Republik.
Von Unternehmensseite hört man öfter die Aussage, dass sich die Qualität der Bewerber verschlechtere. Den Beweis bleiben die Unternehmen auch nicht lange schuldig: Die Liste an scheinbaren Verfehlungen ist lang, von Unzuverlässigkeit, schlechten Umgangsformen und mangelnder Ausbildung ist hier die Rede. Das mag nachvollziehbar sein, wenn man sich Bewerbungsanschreiben vor Augen hält, die vor Fehlern nur so strotzen und mit Flecken übersät sind.
Möglicherweise stellen auch die Unternehmen unrealistische Anforderungen. Wer kennt nicht die Stellenanzeigen, in denen nach Mitarbeitern gesucht wird, die top ausgebildet sind, idealerweise Berufserfahrung vorweisen können, gleichzeitig aber jung sind und am besten für einen Niedriglohn arbeiten? Die Wahrheit befindet sich wie so oft vermutlich in der Mitte.
Aktuell warnt die IG Bau die Unternehmen in Stadt und Landkreis Regensburg davor, den Nachwuchs zu vernachlässigen. Der IG-Bezirkschef wirbt dafür, Bewerber nicht nur nach den Noten zu beurteilen, sondern auch das Engagement und Geschick der jungen Menschen zu fördern. Wer eine Ausbildung in Regensburg machen möchte, hat gute Chancen, da sich hier zahlreiche Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen hier niedergelassen haben.